Männergesangverein Everswinkel 1921 e.V.
Männergesangverein Everswinkel 1921 e.V.

Westfälische Nachrichten vom 21. November 2017

Gedenkfeier zum VolkstrauertagMahnung zu Versöhnung und Verständigung

Everswinkel - 

Immer im November, am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. am 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch), steht das Wort „Volkstrauertag“ in den Kalendern – basierend auf einem Vorschlag des kurz nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Kann man einem ganzen Volk verordnen, der Kriegshandlungen zum Opfer Gefallenen zu gedenken und um sie zu trauern?

Von Susanne Müller

An der Gestaltung der Gedenkfeier zum Volkstrauertag wirkten der BSHV, das BOE und der MGV sowie der 2. stellvertretende Bürgermeister Burchard Schlüter mit.

An der Gestaltung der Gedenkfeier zum Volkstrauertag wirkten der BSHV, das BOE und der MGV sowie der 2. stellvertretende Bürgermeister Burchard Schlüter mit. Foto: Susanne Müller

Und wie soll dieses Gedenken gestaltet werden? Für das große Ganze, das Parlament in Berlin, gibt es klare Regeln: die zentrale Gedenkstunde, die traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten steht, findet in jedem Jahr am folgenden Montag im Plenarsaal des Deutschen Bundestages statt. Es werden Reden gehalten, auch von ausländischen Gästen, das Totengedenken spricht der jeweilige Bundespräsident, dazu getragene musikalische Untermalung.

Wie sieht es im Kleinen aus, das heißt in den Kommunen? Hier hat sich mancherorts ein ähnliches Zeremoniell etabliert, wenn auch in leicht unterschiedlichen Variationen. In Everswinkel versammelten sich am Sonntag nach der 11-Uhr-Messe zahlreiche Menschen auf dem Kirchplatz. Neben verschiedenen Würdenträgern und  Kommunalpolitikern konnte Bernhard Rotthege, Oberst der Bürgerschützen, auch etliche Familien mit Kindern begrüßen. Vertreten waren ferner traditionell die Abordnungen des federführenden BSHV sowie weiterer Vereine. In diesem Jahr präsentierte der Männergesangverein unter der Leitung von Heiko Kraft ein Stück, dessen Melodie wohl jedem einschlägigen Chor bekannt sein dürfte („Am kühlen Morgen“) und das MGV-Mitglied Karl-Hermann Schlosser mit einem zum Anlass passenden, beeindruckenden eigenen Text versehen hatte. Das Blasorchester Everswinkel, dirigiert von Thomas Beumers, hatte zunächst „Jesus meine Zuversicht“ gespielt, intonierte während der  Kranzniederlegung in der Marienkapelle „Ich hatt‘ einen Kameraden“ und begleitete am Ende alle Anwesenden beim Singen der Nationalhymne.

Zuvor hatte der 2. stellvertretende Bürgermeister Burchard Schlüter (FDP), seit einem Jahr im Amt, in seiner Rede kurz die Geschichte des Volkstrauertags geschildert – beginnend mit der Ehrung der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten über den „Heldengedenktag“ unter der Nazi-Herrschaft bis hin zum heutigen „Tag der nationalen Trauer“. Schlüter betonte, dass dieser Moment des Gedenkens nicht ausschließlich der Rückschau dienen solle: „Der Volkstrauertag ist auch ein Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.“ Dabei legte er sein Augenmerk nicht nur auf die Kriegsschauplätze in vielen Teilen der Welt, sondern gleichermaßen auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Europa allgemein und in Deutschland im Besonderen.  „Geschichtsvergessenheit auf der einen und Geschichtsversessenheit auf der anderen Seite sind der Nährboden für die giftigen Blindtriebe.“ Er warb zudem ausdrücklich für ein Zugehen auf diejenigen, die vor Krieg und Terror fliehen, und appellierte an alle Menschen, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu nutzen, um hier und heute solidarisch mit einander und für einander zu handeln. „Wir trauern und gedenken an diesem Tag nicht alleine, jeder für sich, sondern gemeinsam. Das ist wichtig, weil es uns daran erinnert, wie kostbar Demokratie und Menschenrechte sowie Frieden und Verständigung gerade auch in Europa sind.“

Damit ist für Schlüter klar: Man könne selbst heute – viele Jahrzehnte nach Ende der beiden schrecklichen Weltkriege – noch innehalten, müsse sich sogar besinnen angesichts der zahlreichen aktuellen Kriegshandlungen, an denen seit einigen Jahren ja auch deutsche Soldaten indirekt, im Rahmen friedensstiftender oder Anti-Terror-Maßnahmen, beteiligt sind. Ob das Gedenken institutionalisiert in Form von öffentlichen Veranstaltungen oder individuell im Privaten geschieht, ist dann wohl letztlich eine persönliche Entscheidung.

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Musikalischer Leiter

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48351 Everswinkel

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E-Mail: info@maennergesangverein-everswinkel.de

 

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