Männergesangverein Everswinkel 1921 e.V.
Männergesangverein Everswinkel 1921 e.V.

Karneval 2014

16. Februar 2014

WN - 17. Februar 2014

MGV-/BSHV-Karnevalsparade: Närrische Sause mit vielen Hits

Der Abend der Retter

 

Toller Schlusspunkt vor dem Finale: Die neu erstarkte Damengarde des BSHV lieferte tänzerisch ein überzeugendes Werbekonzept für die Gemeinde ab – von Kneipen, Friseuren und Schuhläden bis zum Work-Out im Fitness-Center.

Toller Schlusspunkt vor dem Finale: Die neu erstarkte Damengarde des BSHV lieferte tänzerisch ein überzeugendes Werbekonzept für die Gemeinde ab – von Kneipen, Friseuren und Schuhläden bis zum Work-Out im Fitness-Center. Foto: Meyer

 

Es war der Abend der Retter. Bademeister Schaluppke zum Beispiel. Der kann nicht nur so manches Unglück vom Beckenrand aus verhindern, sondern notfalls auch die Stimmung in der Festhalle retten, nachdem sich dort ein „Waldorfschüler“ durch die Nachprüfung gequält hat. Oder der MGV, der sich gleich zum „Dorfretter“ aufgeschwungen hat, um diverse Probleme zu lösen. Oder die neu erstarkte Damengarde des BSHV, die sich tänzerisch so fit gemacht hat, dass sie – im Notfall – sogar mal die Blau-Weißen Funken vertreten könnte. Und die wiederum – wie bestens bekannt – wissen sowieso jede närrische Bühnenshow zu retten. Es bestand also zu keinem Zeitpunkt bei der MGV-/BSHV-Karnevalsparade am Samstagabend die Gefahr, dass der närrische Herzschlag bei den genau 555 Jecken hätte aussetzen können.

 
 

Schon beim Einmarsch brachte das BOE die Halle mit einem Helene-Fischer-Medley auf Betriebstemperatur. „Atemlos durch die Nacht“ sang Nadine Helmes ins Mikro, und damit war die Marschroute auch schon klar. Präsident Barthold Deiters freute sich auf eine „große Koalition der guten Laune“. Und mit den Tanzsternen ging‘s gleich dynamisch los. Sie entführten musikalisch cool in eisige Regionen („Wir woll‘n die Eisbär‘n sehen“), heizten damit die ohnehin schon muckelige Halle an. Draußen verharrte das Thermometer bei 13 Grad plus – Karneval im Frühlings-Winter.

Vielleicht sah sich auch Horst Fyrguth in einer Retterrolle. Der ehemalige Waldorfschüler und (laut Ankündigung) „Deutschlands ältester Nachwuchs-Comedian“ hatte möglicherweise die Sorge, dass ein gar zu komischer Auftritt die Hallentemperatur in gefährliche Höhen schrauben könnte. Und so hielt er den Ball flach. Mit Gags, die nicht verdächtig waren, für Herzrasen zu sorgen. Natürlich tanzte er als ehemaliger Waldörfler seinen Namen, erzählte von Sammelaktionen zur Rettung des Regenwaldes („Da ist dann ein Lehrer nach Brasilien geflogen . . . und der schickt auch immer noch Karten“), vom Zivildienst bei den Johannitern, wo er die Adressen von Alkoholikern einsammelte, um sie an Winzer weiterzugeben, und vom ärztlich empfohlenen Abnehmen beim Golfen. „Da waren nur alte Säcke. Ich habe mich gefragt, ob die Leute wissen, ob sie sich auf der richtigen Seite des Rasens befinden.“ Das Publikum schließlich rettete sich selbst vor dem selbst ernannten „Gitarrengott“ mit programmierter Elektro-Klampfe. Auf die Frage, ob er denn noch eine Frage stellen dürfe, schallte ein unmissverständliches „Nein!“ zurück.

Wie gut, dass die Blau-Weißen Funken mit ihrem spritzigen Gardetanz für eine Wiederbelebung sorgten und dies später bei ihrem temporeichen Matrosen-Showtanz mit jeder Menge Charme sogar noch steigerten. Und wie gut, dass es die „Dorf-Retter“ des MGV gab, die bei ihrem Auftritt den Bogen spannten von „Heiner sein Bier ist wie der Saft des Lebens“ (Melodie „Griechischer Wein“) über Gemeindefinanzen und Radwegebeleuchtung (umweltfreundliche Lösung: „Senioren, die nachts nicht schlafen können, mit Laternen alle 100 Meter“) bis zur Änderung des Landesjagdgesetzes (Neue Hegering-Aufgabe: Jagd auf die Drohnen von Amazon und Post) und natürlich bis zum Alverskirchener Baugebiet. „Hat noch jemand einen Kamp?“ Möllenkamp eins bis drei, Großer Kamp, Schmaler Kamp . . . und Königskamp. „Da wird ja vielleicht mal ein Kamp-ing-Platz entstehen.“ Den rettenden Song für dieses gefährdete Gebiet hatten die Sänger auch gefunden: „Wunder gibt es immer wieder . . .“ „Für Euch würde ich gerne zwei Fraktionen aus dem Rat schmeißen“, war Präsident Deiters begeistert. „Ein Problem haben wir nur, wenn dann SPD und Grüne singen müssten . . .“

Der diesjährige Ehrenteller ging an einen Dauer-Retter des Everswinkeler Karnevals: Andreas Rutsch, der zum Elferrat gehörte und viele Jahre als EKG-Vorsitzender den Karnevalsumzug organisierte. Dramaturgisch passend folgte der Auftritt der Präsidentengarde, bei der Rutsch 1985 seinen Einstieg ins närrische Treiben gefunden hatte. Was Tanzmajor Christian Schlüter bei seiner Premiere und Tanzmariechen Lisa Tresp in ihrem zweiten Jahr als bislang jüngstes Tanzpaar überhaupt zeigten, war stark. So viel ist ein Tanzmariechen wohl noch nie durch die Luft geflogen. Mit Schlittschuhen an den Füßen hätten beide sogar beim Eiskunst-Paarlauf in Sotschi eine Medaillenchance gehabt.

Eine Medaille verdient haben sich auf jeden Fall auch die Mitglieder der Damengarde. Sie griffen die Idee des Marketingkonzeptes für die Gemeinde auf und lieferten einen preiswürdigen Promotion-Tanz ab, in dem von den Kneipen über die Schuhläden und Friseure bis zum Work-Out im Fitness-Studio alles „verarbeitet“ wurde, was als Standortfaktor von Interesse ist.

Retter des Abends schlechthin war wohl Bademeister Schaluppke (alias Robbi Pawlik). In seiner schnodderig-herben Art riss der Meister des Köln-Zollstocker Bades, der seinen Rettungsring immer dicht am Körper trägt und auch mal den Schiedsrichter beim „Bitch-Volleyball“ macht, die Massen mit. Ob pubertierende Jungs („Hey Schaluppke, Deine Mutter klaut bei Kik.“ – „Hey Dumpfbacke, Dein Vater klaut sein Sakko bei Takko.), ob spät-geile Senioren im Leoparden-Tanga („Na, wann war denn Ihre letzte Steh-Party?“) oder Regae-Futzis mit Rastalocken („I shot the Bademeister, but I didn‘t shoot the Rettungsschwimmer“) – Schaluppke wird mit allen fertig. Und wenn er dann noch in die Geheimnisse von Aqua-Zumba und Synchronschwimmen einführt und die originale Baywatch-Rettung samt Pool-Noodle in Zeitlupe durchspielt, dann gibt es kein Halten mehr. Dann wird aus dem rundbäuchigen Schaluppke der David-Hasselhoff-Traum der auf den Stühlen stehenden Damenwelt.

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